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Bohnenberger

Johann Gottlieb Friedrich (von) Bohnenberger wurde vor 250 Jahren, am 5. Juni 1765, in Simmozheim geboren. Sein Vater war dort Pfarrer und beschäftigte sich nebenher mit naturwissenschaftlichen Experimenten, vor allem auf dem Gebiet der Elektrizität (Elektrisiermaschinen); er veröffentlichte hierüber einige Schriften.

Bohnenberger studierte in Tübingen Theologie, wandte sich aber frühzeitig ebenfalls den Naturwissenschaften zu, nicht zuletzt unter dem Einfluss seines akademischen Lehrers, Prof. Christoph Friedrich von Pfleiderer (1736-1821).

1796 erhielt er eine Anstellung an der Tübinger Sternwarte und wurde hier neben Pfleiderer 1798 außerordentlicher, 1803 ordentlicher Professor für Mathematik. Sein Lehrgebiet war breit gefächert und umfasste Mathematik, Physik und Astronomie. Er bezog eine Wohnung auf dem Schloss Hohentübingen und betreute hier das unter seiner Leitung verbesserte Observatorium.

Zu seinen Veröffentlichungen zählt ein Lehrbuch der Astronomie und ein Buch über die „Anfangsgründe der höhern Analysis“, beide erschienen 1811.

Um 1810 fertigte Bohnenberger ein kleines Gerät an, das „Gyroskop“ – es zählt zu den Vorläufern des Kreiselkompasses. Berühmt wurde Prof. Bohnenberger jedoch durch die erste württembergische Landesvermessung, die unter seiner Leitung stattfand und die vom Tübinger Observatorium als Mittelpunkt und einer Grundmesslinie im Ammertal ausging.

Zu den von der UB Tübingen digitalisierten Werken Bohnenbergers gehört die „Charte von Schwaben“, die ab 1800 entstand und die handschriftlich überlieferte „Anleitung zum Gebrauch und zur Berichtigung astronomischer Instrumente“.

Ebenfalls im Besitz der UB Tübingen sind seine Aufzeichnungen „Meteorologische Beobachtungen auf Schloss Tübingen“ aus den Jahren 1815 bis 1828 (Signatur: Md 22).