Universitätsbibliothek

Tierbücher aus fünf Jahrhunderten

Originalgraphische Tafeln aus deutschen, französischen, niederländischen, englischen, italienischen und schweizerischen Werken : 1491-1966

Für das Tafelwerk „Tierbücher aus fünf Jahrhunderten“ wurden Originalblätter von der Inkunabelzeit bis zur Gegenwart, aller Illustrationstechniken vom frühen Holzschnitt bis zur späten Lithographie, zu einer chronologischen Reihe geordnet. Sie zeigt die Entwicklung der Tierdarstellung im illustrierten Buch. Jedes Blatt vermittelt lebendig den Geist seiner Epoche – ist Zeitdokument und Glied einer Entwicklungsstruktur.

Der Plan, einen derartigen „Tiergarten“ anzulegen, war schwierig zu realisieren. Die Schwierigkeit liegt im Wesen der Tierdarstellung: Nur eine schmale Brücke führt von der antiken Naturbeobachtung des Aristoteles und der religiös-didaktischen Tierdarstellung in mittelalterlichen Handschriften zum Beginn der neuzeitlichen Forschung eines Gessner im 16. Jahrhundert.

Eine weitere Erschwerung brachte der Grundsatz, kein vollständiges Exemplar eines Tierbuches in verantwortungsloser Weise zu vereinzeln. Die alleinige Verwendung von verschiedenen umfangreichen Fragmenten hatte eine zeitliche Verzögerung zur Folge. Nur die Zusammenarbeit von drei freundschaftlich verbundenen Antiquaren, die in mehr als 35 Jahren im Hinblick auf diesen Plan alle erreichbaren Fragmente zusammengetragen hatten, ließen eine Realisierung des Projektes überhaupt zu.

Wo die Mühe der Herausgeber lag, liegt auch der besondere Reiz des Werkes, das in einmaliger Auflage von zweihundert Exemplaren erschienen ist: Jedes Exemplar ist individuell zusammengestellt, keine gleicht dem anderen.