Archivquellen angeben

Die eindeutige und nachvollziebare Angabe von Quellen ist ein Kennzeichen wissenschaftlichen Arbeitens.

 

Während Bibliotheksgut durch Titel, Autor, Erscheinungsort und -jahr definiert wird, sind diese Daten bei Archivalien zwar für deren Verständnis notwendig, jedoch für Quellenangaben ungeeignet. Vielmehr sind bei Archivalien die Signaturen (kurz für Bestellsignaturen oder Archivaliensignaturen) das zentrale Merkmal zur Quellenangabe. Diese setzen sich im Universitätsarchiv Tübingen üblicherweise aus 3-4 Teilen zusammen:

 

1. Das einleitende Buchstabenkürzel repräsentiert den Namen des Archivs. Für das Universitätsarchiv Tübingen wird "UAT" verwendet.

 

2. Dann folgt eine ein- bis dreistellige Zahl (in seltenen Fällen gefolgt von einem Kleinbuchstaben), die Bestandsnummer. Sie kennzeichnet zu welchem Archivbestand das Archivale gehört. Bisweilen wird die Bestandsnummer durch ein großes "S" eingeleitet. "Normale" und "S"-Bestände sollten nicht verwechselt werden. Schließlich gibt es noch den Fall, dass das Bestandskürzel ausschließlich aus einem großen "U" ohne weitere Bestandsnummer besteht. Dabei handelt es sich um unseren Urkundenbestand, von dem es nur einen einzigen gibt.

 

3. Von der Bestandsnummer durch einen Schrägstrich abgegrenzt ist die Archivaliennummer. Es kommt es vor, dass nach dieser Nummer, meist durch Komma getrennt, weitere Bestandteile der Signatur auftreten. Diese sogenannten Signaturableitungen in Form von weiteren arabischen Zahlen, römischen Zahlen oder Buchstaben sind unverzichtbarer Teil der Archivaliennummer.

 

Aus der Kombination "UAT Bestandsnummer/Archivaliennummer, eventuelle Signaturableitung" ergibt sich die vollständige Signatur. In Findmitteln finden Sie diese entweder als fettschwarze Zahlenkombination links vor den Archivalientiteln oder mit dem Vorsatz "Bestellsignatur:" unterhalb des Archivalientitels. Im zweiten Fall stehen links vor den Archivalientiteln nur laufende Nummern, denen keine weitere Bedeutung zukommt.

 

Die Signatur ist die einzige und unverzichtbare Angabe für Archivalienbestellungen. Sie sollte auch in dieser Form für alle Arten von Quellennachweisen benutzt werden.

 

UAT 123/456

UAT 123a/456

UAT 123/456a, 3, III-4, Nr. 17c

UAT S 123/456

UAT U 42

 

Nicht mehr Teil der Signatur sind Vorgangsnummern innerhalb der Archivalien, Blatt- oder Seitenangaben sowie weitere Metadaten, wie Sender und Empfänger von Briefen oder die Daten von Schriftstücken. Für Archivalienbestellungen sind diese Angaben überflüssig. Sie erleichtern aber die Nachvollziehbarkeit von publizierten Forschungsergebnissen enorm. Deshalb ist es gute wissenschaftliche Praxis, solche Angaben in die entsprechenden Fuß- oder Endnoten aufzunehmen.

Druckansicht schliessen