Schritt 2: Scannen/Fotografieren der Bücher

Die ausgewählten Bücher werden von der Handschriftenabteilung in das Digitalisierungszentrum der Universitätsbibliothek gebracht. Hier werden die Bücher gescannt oder digital fotografiert. Der Zustand der Bücher ist für die  Digitalisierung maßgebend, er entscheidet ob das Buch gescannt oder fotografiert werden kann, ohne den gegenwärtigen Zustand des Buches zu verschlechtern. Wenn eine Digitalisierung gefahrlos möglich ist, wird entschieden welches Gerät sich am besten zur Reproduktion des jeweiligen Werkes eignet. Das Digitalisierungszentrum besitzt 5 Geräte die dafür geeignet sind:

Je einen Zeutschel Buchscanner für das Format A1 und für das Format A2. Beide sind zum Scannen von Büchern mit einem Öffnungswinkel von 180° (plan liegend) geeignet. Das Werk wird von unten an eine Glasplatte angedrückt um das Papier zu glätten und Faltenbildung zu vermeiden. Von Vorteil beim Zeutschel Buchscanner ist, dass beide Seiten des Buches gleichzeitig abgelichtet werden können.

 

Der Qidenus Semiautomat ist für Formate bis A2 Plus geeignet und scannt doppelseitig. Dieses Gerät ist für Bücher mit einem Öffnungswinkel von 80° geeignet. Hier wird mit Glasandruck gearbeitet, die Glasplatte ist hierbei in einer V-Form gehalten. Fotografiert wird gleichzeitig mit 2 Digitalkameras. Mindestens 1 cm Falzbreite ist Voraussetzung, um eine vollständige Abbildung des Textblocks zu gewährleisten.

 

 

Auf den 2 Grazer Buchtischen, mit jeweils einer Digitalkamera, kann mit einer Auflösung von 24 bzw. 36 Mio. Bildpunkten fotografiert werden. Bücher mit einem Öffnungswinkel bis zu 120 ° können mit ihnen abgelichtet werden. Das Buch liegt dabei nicht gerade, sondern leicht angewinkelt  auf dem Buchtisch. Das Ablichten der Seiten erfolgt hier fast berührungslos ohne Glasandruck, außerdem wird jede Seite einzeln fotografiert. Zuerst alle Rectoseiten, anschließend alle Versoseiten.  Diese Dateien der Einzelseiten werden später im Reißverschlussverfahren chronologisch zusammengeführt, sodass jede Abbildung an der richtigen Stelle ist.

 

Die Entscheidung welches Gerät für welches Buch benutzt wird, liegt an der Beschaffenheit des Buches. Dabei spielen Format, Bindung, Textblock-Falz-Verhältnis und der konservatorische Zustand des Werks eine entscheidende Rolle. Auch die Buchmechanik, also wie und wieweit sich das Buch öffnen lässt, ist von großer Bedeutung.

Digitalisiert wird das komplette Werk inklusive Einband, Spiegel und Leerseiten. Zusätzlich werden noch auf einer Seite ein Farbkeil sowie ein Maßstab beigelegt.

Anschließend wird das Digitalisat in Photoshop noch minimal in Schärfe, Kontrast und Farbe optimiert, um die beste Lesbarkeit zu garantieren. Hierbei wird darauf geachtet, so originalgetreu wie möglich zu arbeiten und keine Merkmale wie Flecken oder Fehlstellen des Werks zu verändern.

Für die Internetpräsentation wird ein Introbild ausgewählt, das repräsentativ für das Werk steht. Introbilder können Titelblätter oder Illustrationen aus dem Werk sein. Anschließend werden die Dateien zur weiteren Bearbeitung bereitgestellt.

Das Original wird nach der Digitalisierung mit einem „Digitalisat vorhanden“-Aufkleber versehen. Die fertigen Bücher werden von der Handschriftenabteilung im Digitalisierungszentrum abgeholt und zurückgebucht, anschließend wandern sie zurück ins Magazin.

 

 

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Wilhelmstraße 32

72074 Tübingen

 

Tel.: +49 7071 29-72846

 

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