Eduard Lucas: Abbildungen württembergischer Obstsorten (1858)

Der vor 200 Jahren, am 19. Juli 1816, in Erfurt geborene Gärtner Eduard Lucas, gehört zu den bedeutendsten Vertretern der Obstbaukunde im 19. Jahrhundert. Seine Lehrzeit verbrachte Lucas bei dem Hofgärtner Eduard Richter im Luisium in Dessau, dem berühmten Gartenreich der Fürsten von Anhalt-Dessau. Weitere Stationen seines beruflichen Lebens waren Frankfurt (Oder), der Botanische Garten der Universität Greifswald, Erfurt und die Botanischen Gärten in München und Regensburg. 1843 wurde er schließlich Institutsgärtner bei der neuen Gartenbauschule der Landwirtschaftlichen Unterrichts-, Versuchs- und Musteranstalt in Hohenheim bei Stuttgart. 1859/60 gegründete Lucas in Reutlingen eine private „Lehranstalt für Gartenbau, Obstkultur und Pomologie“.

 

 

Er erfuhr im Laufe seines Berufslebens zahlreiche Ehrungen, so erhielt er 1866 anlässlich seines 50. Geburtstages die Ehrendoktorwürde der Universität Tübingen.  Lucas starb am 24. Juli 1882 in Reutlingen und wurde auf dem Friedhof Unter den Linden beigesetzt.

 

Das von ihm geführte Pomologische Institut, das nach seinem Tod von seinem Sohn Friedrich Lucas geleitet wurde, bestand bis 1921. Es war die erste Einrichtung ihrer Art in Deutschland und eine wichtige Ausbildungsstätte für die praktische Ausbildung im Obst- und Gartenbau in Württemberg, besondere Kurse gab es für die Ausbildung von Baumwärtern. Die Gartenanlagen der ehemaligen „Pomologie“ in Reutlingen werden bis heute als beliebtes Naherholungsgebiet genutzt.

 

Das umfangreiche Wissen, das sich Lucas nicht zuletzt auch auf zahlreichen Reisen erwarb, schlug sich in insgesamt 48 Buchpublikationen nieder, die sich mit der Beschreibung von Obstsorten, dem Obstanbau und der Obstkultur, dem Baumschnitt und anderen Themen der gärtnerischen Tätigkeit beschäftigen. Einige seiner Werke wurden auch in andere Sprachen übersetzt.

 

Verschiedene Obstsorten, die Lucas erstmals beschrieb, wurden nach ihm benannt.  Standardwerk ist bis heute seine „Anleitung zum Obstbau“, die 2002 in 32. Auflage im Stuttgarter Ulmer-Verlag erschien. 1882 kam überdies seine Autobiographie im Druck heraus. Zusammen mit Johann Georg Conrad Oberdieck veröffentliche Lucas seit 1855 die „Monatsschrift für Pomologie und Obstbau“; 1860 gründeten sie in Berlin den „Deutschen Pomologenverein“.

 

 

Das wohl schönste Werk Lucas‘ sind die 1858/1861 erschienenen „Abbildungen württembergischer Obstsorten“ (UB-Signatur: L X 14.4) mit zahlreichen großformatigen Farbtafeln.

 

  

 

Literatur: Franz Friedrich Just: Eduard Lucas und das Pomologische Institut in Reutlingen, Reutlingen: Stadtarchiv, 2007 (UB-Signatur: 16 E 3016).

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