Gustav von Rümelin: Vorlesung über soziale Statistik

Signatur der UB Tübingen: Mh II 380 und Mh 295

Gustav von Rümelin wurde vor 200 Jahren, am 26. März 1815, in Ravensburg geboren. Nach seinem Theologiestudium in Tübingen war er längere Zeit im Schuldienst tätig (u.a. von 1838-1845 Repetent im Kloster Schöntal, 1845-1849 Rektor der Lateinschule in Nürtingen). 1848 wurde er im Wahlkreis Nürtingen-Kirchheim in die Frankfurter Nationalversammlung gewählt, von 1856 bis 1862 vertrat Rümelin die Stadt Ludwigsburg im Stuttgarter Landtag. Allerdings ruhte sein Abgeordnetenmandat bis 1861, nachdem er zum württembergischen Kultusminister ernannt worden war. Von 1861 bis 1873 leitete er das Königlich-Württembergische Statistisch-Topographische Bureau, eine Vorgängereinrichtung des heutigen Statistischen Landesamts, seit 1867 lehrte er an der Universität Tübingen in den Gebieten Soziale und Politische Statistik, Vergleichende Staatenkunde und Rechtsphilosophie. Von 1871 bis zu seinem Tod am 28. Oktober 1889 bekleidete er außerdem das Amt des Kanzlers der Universität Tübingen. Sein Grab befindet sich in der Familiengrabstätte Rümelin auf dem Tübinger Stadtfriedhof.

Die Rümelin-Straße in Tübingen wurde nach ihm benannt. Sein Sohn Max von Rümelin (1861-1931) hatte in Tübingen einen Lehrstuhl für Rechtswissenschaft inne und war ebenfalls über einen langen Zeitraum (1908-1931) Kanzler der Universität Tübingen.

Im Handschriftenbestand der Universitätsbibliothek befindet sich von Gustav von Rümelin u.a. ein eigenhändiges Manuskript seiner „Vorlesung über soziale Statistik“ (Sign.: Mh II 380) und parallel dazu eine Nachschrift dieser Vorlesung von Adolf Bohnenberger aus dem Wintersemester 1879/80, so dass ein Vergleich des von Rümelin dargebotenen Inhalts mit dem von diesem Studenten Gehörten möglich ist.

Die umfangreichen Bestände unserer Bibliothek an Kolleg- und Vorlesungsnachschriften (darunter auch etliche Vorlesungsmanuskripte von Professoren wie Rümelin) wurden in den Jahren 2011 bis 2014 in einem Projekt der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg (Bearbeiterin: Silke Schöttle) erschlossen und in unserem Handschriften-Onlinekatalog nachgewiesen, ergänzt durch Bestände aus dem Tübinger Universitätsarchiv. Insgesamt handelt es sich bei dem diesbezüglichen UB-Bestand um 526 Signaturen aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert. Die Vorlesungsnachschriften stellen eine wichtige Quelle für die Hochschul- und Wissenschaftsgeschichte dar, ermöglichen sie es doch nachzuvollziehen, welche Lehrinhalte den Studierenden vermittelt wurden, zumal dann, wenn die Vorlesungsmanuskripte der Dozenten selbst nicht mehr erhalten sind.

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