Leben und Wirken von Herzog Christoph von Württemberg

Geboren am 12. Mai 1515 in Urach

Gestorben am 28. Dezember 1568 in Stuttgart

 

Aus der unglücklichen und letztlich gescheiterten Ehe zwischen Herzog Ulrich von Württemberg (1487-1550) und der aus Bayern stammenden Herzogin Sabina (1492-1564) entstammte ihr Sohn und Herzogsnachfolger Christoph und seine im Alter von 17 Jahren gestorbene Schwester Anna.

 

Bedingt durch die Flucht seiner Mutter und die Vertreibung seines Vaters im Jahre 1519 wuchs Christoph am habsburgischen Hof in Innsbruck auf. Nach der Rückkehr seins Vaters sandte ihn dieser an den französischen Königshof; ihr Verhältnis zueinander nahm immer schärfere Züge an. Herzog Ulrich versuchte, seinen Sohn von der Nachfolge auszuschließen. Seit 1542 wirkte Christoph, der inzwischen zum protestantischen Glauben übergetreten war, als Statthalter der württembergischen Grafschaft Mömpelgard (Montbéliard). 1550 trat Christoph, der 1544 Anna Maria von Brandenburg-Ansbach geheiratet hatte, dennoch die Nachfolge seines Vaters an.

 

Wichtigste Aufgaben waren für den neuen Herzog die Neuordnung des Verhältnisses zu den Ständen und zahlreiche reformerische Veränderungen in Staat und Kirche. Hierzu gehörte auch die Bestätigung des Tübinger Vertrags von 1514. Vor allem ging es aber um die Festigung der Reformation Württembergs und die Neuordnung des kirchlichen Lebens: Württembergisches Bekenntnis (1551), Kirchenordnung von 1553, Große Kirchenordnung von 1559. Große Aufmerksamkeit widmete Herzog Christoph der Universität Tübingen, dem Evangelischen Stift und der Einrichtung der Evangelischen Klosterschulen.

 

Erwähnt sei auch der Ausbau der herzoglichen Bibliothek auf dem Schloss Hohentübingen, die 1635 nach München entführt wurde. Sehr am Herzen lag ihm die Einheit der protestantischen Bewegung, die aber nicht erreicht werden konnte. Württemberg entwickelte sich bald zu einem Zentrum der lutherischen Orthodoxie. Innerhalb der Gruppe der protestantischen Fürsten Deutschlands nahm Herzog Christoph eine führende Rolle ein, hierzu gehörte auch eine Heiratspolitik nach dynastischen Gesichtspunkten.

 

Herzog Christoph und seine Frau sind (wie auch seine Eltern) im Chor der Tübinger Stiftskirche begraben. Nach ihm wurde in Tübingen die Christophstraße benannt.

 

Das Württembergische Landesmuseum in Stuttgart zeigt vom 24. Oktober 2015 bis 3. April 2016 eine große Ausstellung zu diesem bedeutenden Landesfürsten.

 

 

 

Bidembach, Balthasar: Kurtzer und warhaffter Bericht von dem Hochlöblichen und Christlichen Leben auch seeligem Absterben weiland desz Durchleuchtigen Hochgebornen Fürsten und Herrn Herrn Christoffen Herzogen zu Würtemberg und Theck,...  Tübingen, 1629

 

Christoph, Württemberg, Herzog: Confirmation, Ratification, Bestetigung unnd Erclärung des Tüwingischen vertrags und darauff gevolgter Declaration,...  Stuttgart, 1522

 

 

 

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