Klingende Denkmäler

vom 15.3.-3.5.2006 im Bonatzbau

 

Original oder Fälschung? Tintenklecks oder Staccatopunkt? Mit solch kniffligen Fragen befassen sich die Musikwissenschaftler, die kritische Gesamtausgaben mit dem Ziel höchstmöglicher Authentizität als “klingende Denkmäler” herausgeben.

 

Seit über 50 Jahren leisten die in der Bundesrepublik Deutschland ansässigen musikwissenschaftlichen Editions- und Forschungsinstitute eine auch international beachtete Arbeit: Sie betreiben “Denkmalpflege” im eigentlichen Wortsinn, also im Bewahren und Erhalten jener Werke, die zum Kanon der abendländischen Musikkultur gehören und deren Notentexte sie in repräsentativen historisch-kritischen Ausgaben allgemein zugänglich machen.
Die Ergebnisse dieser Arbeit kommen nicht nur der Fachwelt zugute, sondern auch der musikalischen Praxis und damit der Öffentlichkeit insgesamt. Ihre Auswirkungen auf das kulturelle Leben lassen sich an zahlreichen Beispielen eindrucksvoll belegen:


Sei es die “Entdeckung” bislang unbekannter Werke bedeutender Komponisten, sei es die Bestätigung oder Widerlegung der Autorschaft eines Komponisten für ein bestimmtes Werk. Dagegen ist wenig bekannt, wie diese Editionstätigkeit im einzelnen aussieht, auf welche Materialien sie sich stützt und was genau ihre Faszination ausmacht.

 

Die Ausstellung gibt einen Einblick in die Praxis musikwissenschaftlicher Edition, indem sie die vielfältigen Facetten der editorischen Arbeit darstellt:

  • von der Suche nach Quellen über den Umgang mit kaum entzifferbaren Handschriften,
  • die Bewertung von Skizzen und Erstdrucken,
  • die Identifizierung von Schreibern,
  • die Darstellung der Textgenese anhand von Schreibprozessen,
  • die Beschreibung von Überlieferungswegen und Publikationsformen,
  • die Erstellung von Werkverzeichnissen und Briefausgaben bis hin zur Erarbeitung von neuen, multimedialen Präsentationsmöglichkeiten.

Neben erklärenden Texten wird dabei besonderer Wert auf die Abbildung von Originalhandschriften gelegt, so daß sich dem Betrachter gleichsam ein Blick durch das Schlüsselloch in die Werkstatt bedeutender Komponisten wie Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms, Joseph Haydn, Paul Hindemith, Orlando di Lasso, Felix Mendelssohn Bartholdy, Wolfgang Amadeus Mozart, Max Reger, Arnold Schönberg, Franz Schubert, Robert Schumann, Richard Wagner und Carl Maria von Weber eröffnet.
Die Informationstafeln werden ergänzt durch originale Arbeitsmaterialien der in Tübingen ansässigen Neuen Schubert-Ausgabe und durch Erstdrucke von Werken Franz Schuberts aus dem Besitz der Universitätsbibliothek und des Musikwissenschaftlichen Instituts der Universität Tübingen.

 

Beteiligt sind insgesamt 21 Editions- und Forschungsinstitute aus Deutschland und Österreich, die sich mit der Erschließung musikalischer Quellen und dem Werk einzelner Komponisten beschäftigen:

  •  

     

     

    Bach-Gesamtausgabe (Göttingen)

     

     

     

  •  

     

     

    Bach-Archiv (Leipzig)

     

     

     

  •  

     

     

    Beethoven-Gesamtausgabe (Bonn)

     

     

     

  •  

     

     

    Brahms-Gesamtausgabe (Kiel)

     

     

     

  •  

     

     

    Brahms-Institut (Lübeck)

     

     

     

  •  

     

     

    Forschungsstelle Mannheimer Hofkapelle (Heidelberg)

     

     

     

  •  

     

     

    Händel-Gesamtausgabe (Halle)

     

     

     

  •  

     

     

    Haydn-Gesamtausgabe (Köln)

     

     

     

  •  

     

     

    Hindemith-Gesamtausgabe (Frankfurt am Main)

     

     

     

  •  

     

     

    Lasso-Gesamtausgabe (München)

     

     

     

  •  

     

     

    Mendelssohn-Gesamtausgabe (Leipzig)

     

     

     

  •  

     

     

    Mozart-Gesamtausgabe (Salzburg)

     

     

     

  •  

     

     

    Max-Reger-Institut (Karlsruhe)

     

     

     

  •  

     

     

    Répertoire International des Sources Musicales (RISM) (Frankfurt am Main)

     

     

     

  •  

     

     

    Schönberg-Gesamtausgabe (Berlin)

     

     

     

  •  

     

     

    Schubert-Gesamtausgabe (Tübingen/Wien)

     

     

     

  •  

     

     

    Schumann-Gesamtausgabe (Düsseldorf)

     

     

     

  •  

     

     

    Telemann-Auswahlausgabe (Magdeburg)

     

     

     

  •  

     

     

    Wagner-Gesamtausgabe (München)

     

     

     

  •  

     

     

    Weber-Gesamtausgabe (Detmold)

     

     

     

  •  

     

     

    Wissenschaftliche Edition des deutschen Kirchenlieds (Kassel)

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