Lebewesen schmücken sich

Sonderausstellung bis 25.10.2002 in der Zoologischen Schausammlung, Sigwartstr. 3, Tübingen

 

Die Ausstellung aus den Beständen der zoologischen Schausammlung wird ergänzt durch einige frühe Darstellungen in Bänden des 17. bis 19. Jahrhunderts aus den Beständen der Universitätsbibliothek Tübingen. Eine kleine Kostprobe zum Thema "Paradiesvögel" ist im Bonatzbau der Universitätsbibliothek im Durchgang zum Hauptgebäude ausgestellt.

 

Die wissenschaftliche Biologie geht davon aus, dass alle Lebensphänomene grundsätzlich zweckmäßig sind, d. h. dass sie für die Mitglieder einer Art einen positiven Anpassungswert haben. "Schmücken sich" also Tiere, so geschieht dies nicht um einer Schönheit willen, wie wir Menschen sie definieren, sondern um eine bestimmte biologische Funktion zu erfüllen.

 

In der Ausstellung wird an einigen Beispielen gezeigt, wie Schönheit und Funktion zusammenwirken:

  • Sexualdimorphismus (geschlechtliche Zuchtwahl, Partnerwahl) am Beispiel von Paradiesvögeln (Fotos!)
  • Mimikry am Beispiel von Schmetterlingen

Allerdings gibt es auch Formen, Strukturen und Farbmuster, wie anhand von Schneckenschalen und Einzellern (Protisten) gezeigt wird, die uns in ihrer Schönheit wie von Künstlerhand geschaffen erscheinen, deren Funktion wir aber nicht kennen.

 

Das Ziel der Ausstellung ist, nicht nur den Blick für die Schönheit im Tierreich zu schärfen sowie wissenschaftliche Erklärungen für das Zustandekommen und den Zweck dieser Schönheit zu liefern. Es soll auch vermittelt werden, wie es um unsere Wahrnehmung und Beurteilung bestellt ist. Das Gefühl für Schönheit scheint einerseits als genetisches Programm im Menschen fest verankert zu sein, wird aber durch kulturelle Einflüsse modifiziert.

 

Die Ausstellung findet im Rahmen des Interfakultären Forschungsschwerpunktes "Evolution der Organismen und Dynamik der Biosphäre" (EBID) statt, ein Zusammenschluss biologischer und geowissenschaftlicher Fakultäten. Die Aufgabe dieser Kooperation ist, die vorhandene Kompetenz zu integrieren, um ein ganzheitliches Evolutionskonzept zu entfalten, das sowohl die organismischen als auch die geoökologischen Einflussgrößen berücksichtigt.

 

Den Institutionen von EBID sind mehrere Einrichtungen zugeordnet: Neuer Botanischer Garten, Zoologische Schausammlung, Paläontologische Schausammlung, Museum Hohentübingen und Urgeschichtliches Museum Blaubeuren. 

 

Für die kommenden Studienjahre sind mehrere Projekte unter dem Leitthema "Lebewesen in ihrer Umwelt" geplant. Mit dem Thema "Lebewesen schmücken sich" wird diese Veranstaltungsreihe eingeführt.

 

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