Fossil Art - Fossile Kunst

Spuren Präkambrischer und kambrischer Lebewesen

 

Ausstellung vom 11.7.-25.9.2001

 

Versteinerte Spuren präkambrischer und kambrischer Lebewesen weisen eine erstaunliche Ornamentik auf.

 

Solche Formen spürt der Paläontologe Professor em. Adolf Seilacher seit Jahren auf der ganzen Welt auf und läßt sie - teilweise gleich vor Ort - durch seinen Mitarbeiter, den Präparator Hans Luginsland, mit Hilfe moderner Abgussverfahren präparieren. Mit gummiähnlichen Latex- oder Silikonmassen fertigt der Präparator detaillierte Abformungen großer Gesteinsoberflächen an, die sich problemlos transportieren lassen. Im Tübinger Labor entstehen daraus Positive aus leichtem, aber festem Plexiglas. Entsprechend bemalt sind sie den Originalen zum Verwechseln ähnlich - es handelt sich um eine Art dreidimensionaler Fotografien.

 

Obgleich Paläontologe und mithin einer wissenschaftlichen Erforschung der frühen Erdgeschichte verpflichtet, betrachtet Professor Seilacher diese Objekte auch unter dem künstlerischen Aspekt und hat mit dieser Auffassung zu einem neuen Blick auf solche Formen angeregt. Hat man bisher allenfalls die Formen und Ornamentik der Lebewesen selbst unter einem ästhetischen Blickwinkel betrachtet, so stehen hier die versteinerten Spuren, die Aktivitäten, die diese Lebewesen im Sediment hinterlassen haben, im Mittelpunkt.


Die schönsten und verblüffendsten Formen und Ornamente haben Professor Seilacher und Hans Luginsland zu einer imponierenden Schau zusammengestellt.

 

Der Crafoord-Preis 1992 der Schwedischen Akademie (ein Pendant zum Nobelpreis) und die Eremitierung erlaubten es Professor Seilacher, die Idee dieser Ausstellung zu verwirklichen: 
sie soll die traditionelle Kluft zwischen wissenschaftlicher und ästhetischer Betrachtungsweise überbrücken. Deshalb tragen die Exponate aus aller Welt und aus einer Zeitspanne von über einer Milliarde Jahren nur Phantasietitel, während die fachliche Erklärung im ausliegenden und käuflichen Katalog nachzulesen ist.

 

Die Ausstellung hatte im Februar 1995, vom hiesigen Geologisch-Paläontologischen Institut ausgehend, ihre Wanderung aufgenommen, war zwei Jahre durch Deutschland gereist und wurde danach in wesentlich erweiterter Form bis vor kurzem in den USA gezeigt. Von dort ist sie nun für einige Wochen nach Tübingen zurückgekehrt, wo sie überholt und nochmals erweitert wird, um im Spätjahr die lange Reise nach Japan anzutreten.