Wissenschaft des Ostjudentums

Ausstellung zum 75. Geburtstag des Yidisher Visnshaftlekher Institut (YIVO)

 

vom 6.11.-1.12.2000

veranstaltet von Prof. Dr. Stefan Schreiner vom Institutum Judaicum der Universität Tübingen und der Litauischen Nationalbibliothek Vilnius in Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek Tübingen

 

 

Die Ausstellung erinnert an die Gründung des Jüdischen Wissenschaftlichen Instituts (YIVO) vor 75 Jahren in Vilnius; sie dokumentiert seine Konzeption, seine Arbeit und die Geschichte der sogenannten Wilnaer Jahre 1925 - 1939.

 

Das YIVO ist als bewußte Alternative zu den Institutionen der "Wissenschaft des Judentums" ins Leben gerufen worden und hatte die wissenschaftliche Erforschung aller Bereiche des Lebens, der Geschichte und Kultur der Ostjuden zum Ziel, die von der "Wissenschaft des Judentums" vernachlässigt worden ist. Die Historikerin Lucy Davidowicz beschreibt das YIVO als "a unique institution in Jewish life".

 

In der Tat war das YIVO als wissenschaftliches Institut sowohl von seiner Konzeption her als auch von dem, was es geleistet hat, eine "einzigartige Erscheinung". Bald nach seiner Gründung wurde es zu der Alternative zu den Institutionen der "Wissenschaft des Judentums", die es sein wollte. Dies gilt mehr noch für das "alte" Wilnaer YIVO, das nur 15 Jahre bestand, als für seine heute in New York ansässige Nachfolgeinstitution.

 

Enstanden ist die Ausstellung als ein "Nebenprodukt" eines nunmehr fünf Jahre laufenden Projektes des Institutum Judaicum an der Universität Tübingen, bei dem es um Mitarbeit an der Katalogisierung der ca. 5000 Bände umfassenden hebräischen und jiddischen Büchersammlung geht, die vor gut zehn Jahren in Vilnius wiederentdeckt worden ist und sich heute im Besitz der Litauischen Nationalbibliothek in Vilnius (Judaica-Abteilung) befindet.

 

Yivo - Außenansicht
Yivo - innen