Ein kostbares Erbe

Werke des Vilner Gaon Elijahu in der Litauischen Nationalbibliothek

 

Ausstellung vom 02.12.1998 bis 08.01.1999

 

Elijahu ben Schelomo Zalman Kremer (1720-1797)

'Unter den Gelehrten der jüdischen Literatur seit Abschluß des Talmuds gibt es nur wenige, die Elija von Vilna überragen oder ihm auch nur ebenbürtig sind. Nicht ohne Grund hat man ihn Gaon und Chassid genannt, denn in seinen geistigen und moralischen Qualitäten war er einzig in seiner Generation.' Jacob S. Raisin

 

Elijahu b. Schelomo Zalman aus Wilna, bekannt als 'Vilner Gaon' ist ein Inbegriff jüdischer Gelehrsamkeit und einer der bedeutendsten Talmudgelehrten Osteuropas. Er verfaßte Kommentare zur gesamten hebräischen Bibel und zu den klassischen rabbinischen Texten. Über 70 Bücher fanden in zahlreichen Auflagen in der ganzen Welt Verbreitung und wurden in Bibliotheken und Synagogen, in Jeschiwes und Privathäusern studiert. Während des Völkermords sind viele von ihnen geraubt, deportiert oder verbrannt worden. Von denen, die überdauert haben, ist ein großer Teil in der Sowjetzeit in Papierfabriken eingestampft worden.

 

In der Tübinger Ausstellung werden 56 Bücher des Vilner Gaon gezeigt, Originaldokumente, die vor wenigen Jahren in Vilnius wiederentdeckt wurden.

 

Professor Dr. Stefan Schreiner vom Institutum Judaicum der Universität Tübingen hat sich mit diesem Fund in der Litauischen Nationalbibliothek eingehend beschäftigt und erhielt so die Erlaubnis, einige ausgewählte Stücke auf Ausstellungen in Westeuropa zu zeigen.