Jaroslav Seifert - Alle Schönheiten der Welt

Ausstellung in der Wandelhalle Bonatzbau

20. Juli - 7. September 2013
Mo - Fr 8.00 - 20.00
Sa 10.00 - 18.00
Sonntags geschlossen

Mit 19 Jahren schrieb Jaroslav Seifert (1901-1986) sein Erstlingswerk Město v slzách im Stil der proletarischen Kunst. 1920 war er Mitbegründer und Sprecher der Avantgardegruppe Devětsil. Der Gedichtband Na vlnách TSF (Auf den Wellen von TSF, 1925) war ein lyrisches Tagebuch seiner Reise nach Frankreich, in dem er im Stil des tschechischen Poetismus die moderne Zivilisation besang. In den 1920er bis 1940er Jahren arbeitete Seifert als Journalist und Redakteur bei verschiedenen Tageszeitungen und Verlagen (Rovnost, Sršatec, Reflektor, Kytice).

 

Nach dem Münchener Abkommen im Jahr 1938 fürchtete er in dem Gedichtband Zhasněte světla um das Schicksal seines Landes und schrieb Gedichte gegen die Besatzung der Tschechoslowakei (Světlem oděná, 1940). Nach 1948 kritisierte Seifert wiederholt das kommunistische Regime und erhielt mehrmals Publikationsverbot. Ende der 1960er Jahre wurde er zum Präsidenten des Tschechoslowakischen Schriftstellerverbands gewählt.

 

1968 protestierte er gegen den Einmarsch der Warschauer-Pakt- Truppen, später unterschrieb er die Charta 77 und wurde erneut mit einem Berufsverbot bestraft. 1984 erhielt er den Literaturnobelpreis. In deutscher Sprache erschienen mehrere Publikationen, darunter sein wohl bekanntestes Werk, der Erinnerungsband Alle Schönheit der Welt (Všechny krásy světa) oder die Gedichtsammlung Der Halleysche Komet (Halleyova kometa).

Druckansicht schliessen