Die Bibliothek auf Schloss Hohentübingen

Eingang zur Bibliothek mit Treppenturm. Foto Sinner, 1911
Gewölbe für die Handschriftensammlung. - Foto: Sinner.
Eine von zwei Kanonenkugeln im Besitz der Universitätsbibliothek. Sie wurde 1857 aus der Schlossfassade entfernt und stammt von der Beschießung des Schlosses durch französische Truppen im Jahre 1647. Die ca. 4,5 kg schwere Kugel diente viele Jahre in der Buchbinderei als Papierbeschwerer

Wilhelm I. übereignete das Schloss der Universität, nachdem es für militärische Zwecke nicht mehr benötigt wurde. Nach verschiedenen Umbauten bezog die Bibliothek die neuen Räumlichkeiten zum Wintersemester 1819/20. Ihr Hauptdomizil war der im Nordflügel angesiedelte „Rittersaal" (heute Schlossmuseum).

 

Das neu eingerichtete Lesezimmer auf dem Schloss verfügte über 36 Leseplätze und konnte zu vergleichsweise bescheidenen Öffnungszeiten genutzt werden:

Donnerstags war es vier Stunden, an den übrigen Tagen – einschließlich Samstag – jeweils zwei Stunden geöffnet. An Sonn- und Feiertagen, in den Ferien sowie bei Krankheit des Bibliotheksdieners blieb es geschlossen.

 

Ausleihen durfte man maximal zwei Bände, außerdem fanden Ausleihen nur während einer Stunde pro Tag statt. Die Leihfrist betrug einen Monat und am Semesterende mussten alle entliehenen Werke zurückgegeben werden. Studierende benötigten für die Ausleihe die Bürgschaft eines Professors, was bei Leihfristüberschreitungen regelmäßig zu Konflikten führte.

 

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