Universitätsbibliothek

Bandkatalog und Zettelkatalog

Der erste Zettelkatalog wurde 1913 begonnen und sprengte in seinen Ausmaßen schon bald den dafür vorgesehenen Raum, deshalb konnte der Katalog nur 4-5 Stunden täglich für das Publikum geöffnet werden. Kataloge sind „der unentbehrlichste und zugleich empfindlichste Teil jeder Bibliotheksverwaltung" und wurden besonders geschützt.

Der Gebrauch von Tinte war am Katalog nicht erlaubt. Den Katalograum konnte der Besucher nur über den Lesesaal, ohne Mantel und Tasche, betreten. Trotzdem hatte der Papiermangel nach den Weltkriegen einen erheblichen Schwund von Katalogkarten zur Folge.

Für den neuen alphabetischen Katalog wurden Hilfsarbeiterinnen beschäftigt. Um für sie eine höhere Besoldung durchzusetzen, erstellte Robert Gradmann 1915 einen Tätigkeitsbericht: „Ein blosses Abschreiben des Titels genügt leider nur in verhältnismässig seltenen Fällen ... die Aufgabe unserer Hilfsarbeiterinnen ist eine wesentlich bibliographische; sie besteht in einer kunstgerechten Titelaufnahme, wobei das Wesentliche herauszuheben, das Unwesentliche auszuscheiden und ... der Titel in eine für den Katalog brauchbare Form erst umzugestalten ist."

Dazu sei ein „nicht ganz geringes Mass logischer Schärfe vorausgesetzt." Im Interesse des Dienstes sei es zu empfehlen, Mädchen mit Realschulabschluss zu gewinnen und diese in den gehobenen Dienst einrücken zu lassen. „Andernfalls dürfte es auf die Dauer kaum möglich sein, namentlich angesichts der teuren Lebenshaltung in Tübingen, ausreichende Kräfte zu bekommen und zu halten."

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