Theologische Schulen

Die Tübinger Theologen haben an theologischen Entwicklungen teil, an der in der Regel auch andere Fakultäten teilhatten. Allerdings gab es einige herausragende und für die übrigen Teile Deutschland prägende Vertreter Tübingens in diesen Entwicklungen. Außerdem kann man in einigen Fällen im Hinblick auf die Tübinger Theologie von einem Schwerpunkt bzw. einer Initialzündung bestimmter Anliegen und Strömungen sprechen.

Eine gute Übersicht zu evangelischen, deutschen, theologischen Zeitschriften des 19. und frühen 20. Jahrhunderts finden Sie in der Theologendatenbank der Evang.-Theol. Fakultät Greifswald.

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Alphabetische Abfolge:

 

Chronologische / sachliche Abfolge: 

Die theologische Fakultät der Universität Tübingen war bis 1806 stark von einer dezidiert lutherisch-konfessionellen Ausrichtung geprägt. Der Lehrkörper auch der nichttheologischen Fakultäten wurde auf das lutherische Konkordienbuch verpflichtet. Erst die Umbrüche der napoleonischen Kriege, der Säkularisierung und Mediatisierung stellten die homogene konfessionelle Struktur in Frage.

Aufsätze zur lutherichen Orthodoxie (IxTheo)
Monographien zur lutherischen Orthodoxie (SWB)

 

Wichtige Vertreter des frühen Luthertums:

Jakob Andreä (1528-1590) (1561-1590 Professor in Tübingen)
Jacob Heerbrand (1521-1600) (1557-1597 Professor in Tübingen)
Matthias Hafenreffer (1561-1619)(ab 1592 Professor, ab 1617 Kanzler der Universität)

Anfang des 17. Jahrhunderts kam es zu einer Kontroverse mit den Theologen der Universität Gießen wegen der Frage, ob sich Christus während seines Erdenlebens seiner göttlichen Eigenschaften völlig entäußert habe (Kenosis: Gießener Position) oder sie zwar besessen, aber verhüllt habe (Krypsis: Tübinger Position). Die Gießener Position erlangte in der lutherischen Theologie einen weitgehenden Konsens.

 

Wichtige Vertreter der Tübinger Krypsis-Auffassung waren:

Lucas Osiander der Jüngere (1571-1638) (ab 1619 Professor, ab 1620 Kanzler der Universität
Theodor Thumm (1586-1630) (ab 1618 Professor in Tübingen)

Ausgehend von der Auffassung Kants, dass der menschlichen Vernunft Aussagen über Gott nicht möglich seien, begründen insbesondere Tübinger Theologen die Möglichkeit, unbeschadet von Kritik auf eine übernatürliche, göttliche Offenbarung als theologische Erkenntnisquelle rekurrieren zu können. Man wendet sich damit gegen den Rationalismus der Aufklärungsphilosophie und von dieser beeinflusste Theologen.

Aufsätze zum Supranaturalismus (IxTheo)
Monographien zum Supranaturalismus (SWB)

 

Wichtige Vertreter des Supranaturalismus waren:

Gottlob Christian Storr (1746-1805) (1777-1786 ao. Professor für Theologie, 1786-1797 o. Professor für Systematische Theologie)
Johann Friedrich von Flatt (1759-1821)(ab 1792 ao. Professor für Dogmatik und Moral, ab 1798 o. Professor)
Johann Christian Friedrich Steudel (1779-1837)(ab 1817 Professor für Altes Testament, ab 1826 zusätzlich Professor für Dogmatik)
Christian Friedrich Schmid (1794-1852)(ab 1823 ao. Professor, ab 1826 o. Professor für Praktische Theologie)

 

Eine zwischen Supranaturalismus und Rationalismus vermittelnde Position stellt das Christentum als vernünftige Religion dar, deren Ursprung allerdings trotzdem in der göttlichen Offenbarung liegt.

Wichtiger Vertreter:

Ernst Gottlieb Bengel (1769-1826) (ab 1810 Professor für Kirchen- und Dogmengeschichte)

 

Als Publikationsorgan der Älteren Tübinger Schule fungierte:

Die 1826 begründete, von Hegel beeinflußte Schule betont den geschichtlichen Entwicklungscharakter sowohl der Bibel als auch der theologischen Dogmen und Lehrsätze. Daraus folgt deren Relativität und die Möglichkeit und Notwendigkeit eines kritischen Zugriffs (historische Kritik).

Aufsätze zur Neueren Tübinger Schule (IxTheo)
Monographien zur Neueren Tübinger Schule (SWB)

 

Wichtige Vertreter auf evangelischer Seite waren:

Ferdinand Christian Baur (1792-1860)(ab 1826 Professor der Kirchen- und Dogmengeschichte)
Eduard Zeller (1814-1908)(1836 Promotion in Tübingen, 1840 Habilitation, ab 1847 Professor in Bern, ab 1849 in Marburg)
Albert Schwegler (1819-1857)(1843 philosophische Habilitation in Tübingen, 1848 Professor für römische Altertumskunde)
David Friedrich Strauß (1808-1874)(1832-1835 Repetent am Tübinger Evangelischen Stift)
Carl Heinrich von Weizsäcker (1822-1899)(ab 1861 Professor der Kirchen- und Dogmengeschichte)

 

Als Publikationsorgan der Neueren Tübinger Schule fungierten diese Zeitschriften:

4. Katholische Tübinger Schule

Mit der Neueren Tübinger Schule der evangelischen Theologie ist die bis heute mit Modifikationen fortgesetzte Tübinger Schule der katholischen Theologie verwandt. Beide Schulen pflegten in der ersten Generation den Austausch. Die katholische Tübinger Schule stand zunächst unter dem Einfluß der Spätaufklärung, der Romantik und des deutschen Idealismus. Das entscheidende Charakteristikum ist ein neues Geschichtsbewußtsein und die Verbindung von historisch-kritischer mit spekulativer Erkenntnismethode. Entsprechend einem inkarnatorischen Prinzip geht es darum, die Einbettung des Christentums in die Geschichte wahrzunehmen und im Sinne eines Organismusgedankens die geschichtliche Entwicklung des Christentums bzw. der Kirche und ihrer Lehrsätze zu betonen. Daraus folgt, einen innerkirchlichen und inhaltlichen Pluralismus für möglich und unumgänglich zu halten. Dabei vertritt die katholische Tübinger Schule neben der Wissenschaftlichkeit und Gegenwartsbezogenheit durchaus auch die Kirchlichkeit theologischer Rede. In der späteren Phase der Tübinger Schule wird noch mehr als in den Anfangsjahren das Anliegen der Ökumene verfolgt.

Aufsätze zur katholischen Tübinger Schule (IxTheo)
Monographien zur katholischen Tübinger Schule (SWB)

 

Wichtige Vertreter der katholischen Tübinger Schule in der früheren Phase waren:

Johann Sebastian Drey (1777-1853) (1817-1846 Professor für Dogmatik)
Franz Anton Staudenmaier (1800-1856)(1830 Promotion in Tübingen, 1837-1855 Professor für Dogmatik in Freiburg
Johann Baptist von Hirscher (1788-1865)(1817-1837 Professor für Moral- und Pastoraltheologie)
Johann Adam Möhler (1796-1838)(ab 1822 ao., 1828-1835 o. Professor für Kirchenrecht und Kirchengeschichte)
Johannes Evangelist von Kuhn (1806-1887)(1839-1882 Professor für Dogmatik)
Carl Joseph von Hefele (1809-1893)(ab 1837 ao., 1840-1869 o. Professor für Kirchengeschichte)

 

Als Publikationsorgane der katholischen Tübinger Schule gelten:

Zwar ging die Religionsgeschichtliche Schule v.a. von der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen aus (ca. 1885-1918), aber auch Tübinger Theologen waren von dieser Schulrichtung beeinflusst und trugen zu deren Weiterentwicklung bei. In Fortführung der Anliegen der Neueren Tübinger Schule um Ferdinand Christian Baur versuchte man, die biblischen Texte in einen größeren geistesgeschichtlichen Zusammenhang mit der altorientalischen und hellenistischen Literatur zu stellen. Es ging darum, die Bibel nicht als Offenbarungsdokument den übrigen Texten kritisch gegenüberzustellen, sondern umgekehrt die biblischen Texte in ihrer Genese aus den sie auf sie einwirkenden Einflüssen der Umgebung zu erklären und gegebenenfalls kritisch zu begutachten.

Aufsätze zur Religionsgeschichtlichen Schule (IxTheo)
Monographien zur Religionsgeschichtlichen Schule (SWB)

 

Tübinger Vertreter der Religionsgeschichtlichen Schule waren v.a.:

Emil Friedrich Kautzsch (1841-1910)(1880-1888 Professor für Altes Testament)
Paul Volz (1871-1941)(1914-1941 Professor für Altes Testament)
Alfred Bertholet (1868-1951)(1913-1914 Professor für Altes Testament)
Wilhelm Heitmüller (1869-1926) (1923-1926 Professor für Neues Testament)
Hans Schmidt (1877-1953) (1914-1921 ao. Professor für Altes Testament)

Als Publikationsorgan der Religionsgeschichtlichen Schule dienten u.a.:

 

Im Gegensatz zur Neueren Tübinger Schule und zur Religionsgeschichtlichen Schule versuchen unter dem Einfluß z.B. von Brevard S. Childs v.a. die Bibelwissenschaftler der Evang.-Theol. Fakultät in Tübingen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die biblischen Texte nicht nur in ihrem historischen Entstehungsprozess zu verstehen und in Einzelsegmente aufzuteilen, die je für sich stehen, sondern einen Gesamtzusammenhang zu gewinnen, von dem her die Einzelsegmente erst ihre volle Bedeutung erhalten. Es geht um eine kanonische Zusammenschau der biblischen Texte. Die kanonische Endgestalt der Bibel wird dabei entsprechend der reformatorischen Tradition als verbindlich betrachtet. Charakteristisch für den Tübinger Zweig der Biblischen Theologie ist das Bemühen, den religions- und kulturgeschichtlichen Entwicklungszusammenhang zwischen Altem und Neuem Testament aufzudecken. Allerdings zielt dies anders als bei der Religionsgeschichtlichen Schule nicht auf den Nachweis heterodoxer Wurzeln (Gnosis, Hellenismus), sondern orthodoxer Wurzeln (Frühjudentum). Daraus folgt eine starke Akzentuierung der Erforschung des Judentums und der Biblischen Archäologie.

 

Aufsätze zur Biblischen Theologie (IxTheo)
Monographien zur Biblischen Theologie (SWB)

 

Wichtige Vertreter der Biblischen Theologie:

Hartmut Gese (* 1929) (1962-1994: Professor für Altes Testament)
Martin Hengel (1926-2009)(1972-1992: Professor für Neues Testament)
Peter Stuhlmacher (* 1932) (1972-2000: Professor für Neues Testament)
Otfried Hofius (* 1937) (1980-2002: Professor für Neues Testament)
Hans-Joachim Eckstein (* 1950) (2001-: Professor für Neues Testament)
Jörg Frey (* 1962) (1996 Promotion, 1998 Habilitation in Tübingen, 1998 Professor für NT in Jena, ab 1999 in München)
Rainer Riesner (* 1950)(1981 Promotion, 1991 Habilitation in Tübingen, ab 1998 Professor für NT in Dortmund)

 

Als Publikationsorgan gilt u.a.:

7. Sonstige Strömungen

Bestimmte auch anderswo begegnende theologische Strömungen der evangelischen Theologie haben an der Tübinger Fakultät herausragende Vertreter gefunden. Sie konnten zwar keine Schulen im engeren Sinne begründen, aber einen nicht unerheblichen Einfluß auf bestehende überregionale Schulen ausüben und die deutsche theologische Forschung mit prägen bzw. zu deren internationalem Ruf beitragen.

Mit der Biblischen Theologie treffen sich die stark vom Pietismus geprägten und diesen ihrerseits prägenden Theologen in der tendenziell positiven Haltung gegenüber dem Verbindlichkeitsanspruch der Bibel. Das Zueinander von Altem und Neuem Testament wird vorausgesetzt und teilweise in heilsgeschichtlicher Weise entfaltet. In der Begegnung mit der Bibel geht es zunächst um die kritische Befragung des Menschen sowie um die persönliche Erbauung und den Erkenntnisgewinn, nicht um die kritische Infragestellung der Heiligen Schrift. Kennzeichnend für pietistische Theologen ist die Verbindung von akribischer Forschung mit lebendiger Spiritualität, die Frage nach dem Gemeinde- und Praxisbezug und nach der möglichst authentischen Entsprechung von Glauben und Leben. Die theologische Landschaft Tübingens war und ist in stärkerem Maße als anderswo, besonders auch in Teilen ihrer Studentenschaft, von der Verankerung des Pietismus im württembergischen Umland geprägt. Die Bezeichnung „evangelikale Bewegung“ bzw. „evangelikale Theologie“ versucht, angelsächsische bzw. angloamerikanische und kontinentaleuropäische Strömungen, die z.T. strukturverwandt sind, zusammenzufassen.

 

Aufsätze über den Pietismus (IxTheo)
Monographien über den Pietismus (SWB)

 

Wichtige Tübinger Vertreter einer pietistisch beeinflußten Theologie waren bzw. sind:

Johann Tobias Beck (1804-1878) (1842-1978 Professor der Dogmatik und christlichen Moral)
Adolf Schlatter (1852-1938) (1898-1922 Professor für Neues Testament)
Karl Heim (1874-1958) (1920-1939 Professor für Glaubens- und Sittenlehre und für neutestamentliche Exegese)
Otto Michel (1903-1993) (1946-1972 Professor für Neues Testament)
Adolf Köberle (1898-1990) (1939-1964: Professor für Systematische Theologie)
Peter Beyerhaus (* 1929) (1966-1997 Professor für Missionswissenschaft und Ökumenische Theologie)

 

Als Publikationsorgane gelten heute u.a.:

 

Als theologisches Studienhaus zur Begleitung von Theologiestudenten im Sinne des Pietismus dient das

Es steht in enger personeller Verbindung mit der Vereinigung wissenschaftlich arbeitender evangelikaler Theologen:

 

Mit „Luthertum“ ist die Überzeugung gemeint, trotz aller Umbrüche in Moderne und Postmoderne mit Gewinn die Grundeinsichten der Reformation und ihrer Bekenntnisschriften aufnehmen zu können. Dies geschieht durchaus nicht in unkritischer und unmodifizierter Weise, aber doch so, dass von der Notwendigkeit eines klar faßbaren konfessionellen Profils für die Glaubens- und Heilsgewißheit ausgegangen wird. Die Religionskritik der Moderne wird nicht als unumkehrbarer Epocheneinschnitt betrachtet, sondern ihrerseits kritisch beleuchtet, gerade von dem menschlichen Bedürfnis nach existenzieller Vergewisserung und Orientierung her. Gemeinsam mit Biblischer Theologie und Pietismus ist ein Verhältnis zur Bibel, das diese in ihrem Wahrheits- und Normativitätsanspruch ernstnimmt und sich ihrer – heils-, nicht nur kulturgeschichtlichen – Wirkung auszusetzen bereit ist. Im Unterschied zum Pietismus wird stärker die objektive Seite des Heilswirkens Gottes betont, etwa in den Sakramenten und im Kirchenverständnis.

 

Aufsätze zum Luthertum (IxTheo)
Monographien zum Luthertum (SWB)

 

Wichtige Tübinger Vertreter waren bzw. sind u.a.:

Gustav Friedrich Oehler (1812-1872) (1852-1872 Professor für Altes Testament)
Helmut Thielicke (1908-1986) (1946-1954 Professor für Systematische Theologie)
Oswald Bayer (* 1939) (1979-2005 Professor für Systematische Theologie)
Ulrich Köpf (* 1941)(1986-2007 Professor für neuere Kirchengeschichte)

 

Als Publikationsorgane im 19. Jh. dienten u.a.:

Als Publikationsorgane gelten u.a.:

  • Kerygma und Dogma (Göttingen : Vandenhoeck und Ruprecht, 1955-)
    (Signatur UB Tübingen: Gf 4398)
  • Luther (Göttingen, Vandenhoeck und Ruprecht, 1919-)
    (Signatur UB Tübingen: Gd 843)

Wissenschaftliche Gesellschaften, die sich dem Erbe Luthers in besonderer Weise verpflichtet  sehen:

In Weiterentwicklung der Einsichten Karl Barths wird in der evangelischen Variante der politischen Theologie davon ausgegangen, daß ein Gefälle nicht vom Gesetz zum Evangelium, sondern umgekehrt vom Evangelium zum Gesetz besteht, ja das Evangelium als beständiger unter Einbindung menschlicher Aktivität ereignender Befreiungsprozeß begegnet. Befreiung geschieht dabei weniger wie in der reformatorischen Tradition als Zuspruch der Sündenvergebung und darin Freispruch aus dem Gericht Gottes. Vielmehr wird Sünde v.a. an überindividuellen Strukturen, die als Machtmißbrauch und als Unterdrückungsstrukturen unterschiedlichster Art empfunden werden, festgemacht. Die entscheidende Aussage ist weniger, was Gott vorgängig zum Menschen bereits getan hat (Schöpfung, Erlösung in Christus), sondern was er noch tun will (Eschaton), wobei der Mensch in Hoffnung darauf Schritte zur Realisierung der als Gestalt des Reiches Gottes erwarteten Welt tun darf und soll. Glaube wird als beständiger Kampf verstanden – allerdings nicht wie in der theologischen Tradition als geistlicher Kampf, sondern als innerweltlich-gesellschaftlicher.  In der katholischen Theologie hat die politische Theologie in der Gestalt der „Theologie der Befreiung“ ihren Schwerpunkt in den oftmals ungerechten Arbeitsverhältnissen der Landarbeiter Lateinamerikas. Die Tübinger katholisch-theologische Fakultät hat die lateinamerikanischen Impulse und diejenigen des Münsteraner Theologen Johann Baptist Metz teilweise positiv aufgenommen.

 

Aufsätze zur Politischen Theologie (IxTheo)
Monographien zur Politischen Theologie (SWB)

 

Tübinger Vertreter der Politischen Theologie (mit gewissen Einschränkungen im Hinblick auf Diem):

Hermann Diem (1900-1975) (1957-1965: Professor für Systematische Theologie)
Jürgen Moltmann (* 1926) (1967-1994: Professor für Systematische Theologie)

Als Publikationsorgane gelten (mit gewissen Einschränkungen im Hinblick auf EvTh):

Wissenschaftliche Gesellschaft, die sich dem Erbe der Theologie Barths und der politischen Theologie besonders verpflichtet fühlt:

 

7.4 Hermeneutische und subjektivitätstheoretische Ansätze

In modifizierter und oftmals mit Einsichten der Reformation verknüpfter Weise wird das apologetische Anliegen Friedrich Schleiermachers aufgegriffen: dem neuzeitlichen Menschen kann demnach nicht unmittelbar eine Begegnung mit Gott und seinem Wort und Wirken zugemutet werden. Vielmehr wird nach Anknüpfungspunkten im Bewußtsein und in der Vorstellungskraft des Menschen gesucht. Gott handelt nicht direkt am Menschen, sondern wird - vereinfacht gesagt - als Gottesgedanke und Interpretationshilfe für den Existenzvollzug des Menschen ins Gespräch gebracht. Von solchen Annäherungen im menschlichen Subjekt aus kann dann indirekt und sekundär transzendierend nach der Wirklichkeit Gottes gefragt werden. Beim Glauben geht es zunächst weniger um ein Empfangen oder Vertrauen, auch nicht um ein auf die Gesellschaft bezogenes Handeln, sondern um ein Verstehen

 

Tübinger Vertreter dieser Ansätze waren und sind u.a.:

Gerhard Ebeling (1912-2001)(1947-1956 und 1965-1968: Professor für Kirchengeschichte, dann für Systematische Theologie)
Eberhard Jüngel (* 1934)(1969-2003: Professor für Systematische Theologie)
Eilert Herms (* 1940)(1995-: Professor für Systematische Theologie mit Schwerpunkt Ethik)

 

Als Publikationsorgan gilt v.a.:

Wissenschaftliche Gesellschaften, die sich mit Modifizierungen dem existenz- und subjektivitätstheologischen Erbe verbunden wissen:

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