Bestandsgeschichte

Die Bibliothek der Eberhard-Karls-Universität Tübingen kann auf eine ungebrochene, annähernd fünfhundertjährige Tradition zurückblicken. Zu den Anfängen gibt es allerdings nur wenige Nachrichten.

 

Anfänge bis 1600

Die 1477 gegründete Universität wird wohl sehr bald mit einer Bibliothek ausgestattet worden sein, denn die Ordnungen Graf Eberhards für die Universität von 1481 und 1491 sahen ausdrücklich „liberien“ vor; die erste bezeugte Ausleihe geschieht im Jahr 1499 „ex publica bibliotheca“.

 

1534 brennt das Sapienzhaus, in dem bis dahin die wachsenden Bestände untergebracht sind. Bei diesem Brand wird der gesamte Bestand vernichtet - das ist der einzige größere Verlust, den die Universitätsbibliothek in ihrer Geschichte zu erleiden hat. Spätere politische Wirren, Kriege und Weltkriege lassen die Universitätsbibliothek unbehelligt.

 

Sammlung Konrad Hager

Zwischen 1539 und 1541 gelangen die etwa 150 Bände aus dem Frontenhausenschen Stipendium des Ehinger Kanonikers Konrad Hager in die Bibliothek. Diese Büchersammlung enthält neben 257 Drucken 14 Handschriften. Sie gilt als der älteste nachweisbare Bestand der Universitätsbibliothek.

 

Ab 1544 wurden der Universität Bücher aus den im Zuge der Reformation aufgelösten Klöstern übersandt; in der Handschriftensammlung sind aber keine Stücke dieser Provenienz nachweisbar.

Die Einrichtung der Bibliothek des Tübinger Stifts 1536 und die Gründung der fürstlichen Bibliothek auf Schloss Hohentübingen in der Mitte des 16. Jahrhunderts entzog der Universitätsbibliothek für Jahrzehnte die Förderung durch das Fürstenhaus.

 

Grempsche Sammlung

Erst die Stiftung des Straßburger Juristen Ludwig Gremp von Freudenstein brachte dann im Jahre 1583 einen Wandel. Neben der ca. 2.700 Bände umfassenden Sammlung (Grundbestand) erhielt die Bibliothek aus den Zinsen des Stiftungskapitals die Mittel für einen regelmäßigen Erwerbungsetat und die Besoldung eines nebenamtlichen Bibliothekars. Im Laufe der Jahrhunderte wuchs der Bestand durch den Ankauf aus Stiftungsmitteln auf ca. 10.000 Bände an (Stand 1902).

Grempsche Sammlung und die Universitätsbibliothek wurden in Personalunion verwaltet.

 

Georg Burkhard - erster ständiger Bibliothekar

1591 wurde der Tübinger Professor Georg Burkhard der erste ständige Bibliothekar; er erarbeitete die erste Bibliotheksordnung (gedruckt 1602). Sie sah einen Jahresetat von 100 Gulden für die Beschaffung von Büchern vor. 1604 erließ der Senat eine Anordnung, dass von allen Veröffentlichungen Tübinger Drucker zwei Exemplare an die Universitätsbibliothek abgeliefert werden mussten.

 

17. und 18. Jahrhundert

Eine regelmäßige Anschaffung von Neuerscheinungen fand im 17. und 18. Jahrhundert nicht statt, man kaufte Büchersammlungen aus dem Nachlass von Tübinger Gelehrten oder bekam solche Bibliotheken als Legat.

Aus solchen Provenienzen sind eine Reihe jüngerer Handschriften in die Sammlung der Bibliothek gekommen.

 

Die Bibliotheken der Artistenfakultät und des Martinianum wurden Ende des 18. Jahrhunderts dem Bestand der UB eingegliedert, ein bedeutender Zuwachs.

 

Sammlung Martin Crusius

Mit den Beständen der Philosophischen Fakultät gelangte nämlich auch die Sammlung von Martin Crusius mit lateinischen und griechischen Handschriften in die UB.

 

Jeremias David Reuß - wichtiger "Unterbibliothekar"

Zu verdanken ist dies dem „Unterbibliothekar“ Jeremias David Reuß, der außerdem in seiner Amtszeit (1774-1782) für regelmäßige Öffnungszeiten der UB sorgte, die Kataloge reformierte sowie den Handschriftenbestand von den Druckwerken separierte und den ersten Handschriftenkatalog anfertigte.

 

Kriegsliteratur Laiblin

In den Jahren 1914 bis 1919 erwarb die Universitätsbibliothek aus Mitteln des Pfullinger Mäzens Louis Laiblin etwa 10.000 Druckschriften aus der Zeit und über den Ersten Weltkrieg aus verschiedenen Fachgebieten. 

https://www.kriegssammlungen.de/

 

 

Eine ausführliche Beschreibung unseres Bestandes an historischen Drucken finden Sie im "Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland" (1994)

 

Kontakt

 

Universitätsbibliothek

Wilhelmstraße 32

72074 Tübingen

 

Tel.: +49 7071 29-72846

 

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